Matthias Donath, Barbara Mettler-v. Meibom

Kommunikationsökologie: Systematische und historische Aspekte. Lit-Verlag, Münster 1998

Niemals zuvor wurden IuK-Technologien in dem Ausmaß entwickelt, vertrieben und benutzt wie gegenwärtig. Damit werden neue Wege der Kommunikation angelegt und beschritten, die für den einzelnen wie für die Gesellschaft als Ganzes eine tiefgreifende Veränderung der Kommunikationslandschaft bedeuten. Um diesen Wandel unserer kommunikativen Verhältnisse zu reflektieren, ist eine neue Sichtweise erwachsen: die Kommunikationsökologie.Sie repräsentiert in dieser Schrift einen wissenschaftlichen Brückenansatz zwischen der Kommunikationswissenschaft und der Humanökologie. Neben Chancen, Optionen und Potentialen, die mit den neuen IUK-Technologien und deren Anwendungen verbunden sind, thematisieren Kommunikationsökologen auch, welche Risiken, Restriktionen und Gefahren sich für Mensch und Mitwelt einstellen.

Diese Schrift versucht in die wissenschaftliche Kommunikationsökologie einzuführen: sie als Programm kommunikationswissenschaftlich zu fundieren und als Bewegung mitsamt ihren Strömungen darzustellen - all das inhaltlich schlüssig, formal verständlich, stilistisch ansprechend, und damit ganz im Sinne der kommunikationsökologischen Kiss-Empfehlung: Keep it simple, stupid.



Ulrich Briefs

High-Tech und sozialer Verfall? Das moderne Deutschland nach dem Ende der "sozialen Marktwirtschaft". Pahl-Rugenstein, 26.90 DM, 186 Seiten

Deutschland befindet sich in einer tiefen, offensichtlich perspektivlosen Krise. Die Krise ist konjunktureller, struktureller und kultureller Natur. Sie zieht einen immer weiter um sich greifenden sozialen Verfall nach sich. Schlüsselentwicklung des sozialen Verfalls ist die Massenarbeitslosigkeit. Der damit verbundene Ausfall an Produktion und an Wertschöpfung bringt aber auch die öffentlichen Haushalte, die sozialen Sicherungssysteme, die Hochschulen und andere gesellschaftliche Einrichtungen immer stärker unter Druck. Dem Druck wird- im Zuge der verfehlten "Standortsicherungspolitik" - mit weiteren Einsparungen, Sozialabbau und unsozialen Reformmaßnahmen entsprochen. Sie verstärken jedoch vor allem die Stagnation der Binnennachfrage und führen damit zu weiterer Arbeitslosigkeit. Die zumeist übersehene Hauptursache für diese "Krisenspirale" sind jedoch riesige, z.T. hochmoderne Überkapazitäten. Diese hat die marktwirtschaftliche Eigendynamik im Zuge eines ebenso rabiaten wie erfolgreichen Modernisierungs- und Internationalisierungsprozesses seit Anfang der 70er Jahre geschaffen.